Antipoden Projekt (I)
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Pitt Island
Antipodes (I): Cévennes
Antipodes (I)


Das Antipoden Projekt

 
Das Projekt als Übersicht im Film (6 Min [ohne Ton] 29 MB)
 








Bildquellen der uneditierten Vorlagen:

(oben) ausderluft.de
(mitte) University of Miami
(unten) Spiritone.com

Was befindet sich auf der anderen Seite der Erde? Wo würde ein Loch, durch den Erdmittelpunkt gebohrt, enden? Diese Fragen aus Kindheitstagen standen am Anfang des Projekts Antipodes. Geht man von einem beliebigen Ort in Mitteleuropa aus, so landet man grundsätzlich im südwestlichen Pazifik, mehrere tausend Kilometer östlich von Australien. Ein Punkt beispielsweise, der Düsseldorf genau gegenüber liegt, befindet sich über 1400km südöstlich der neuseeländischen Hauptstadt Wellington. Es handelt sich um ein extrem stürmisches Seegebiet abseits aller Schiffahrtsrouten und Fischereigewässer.

Der nächste bewohnte Ort befindet sich 438 Seemeilen (etwa 811km) nordwest-nördlich von dem Ende des “Düsseldorfer Bohrlochs”. Es handelt sich um Pitt Island, einer Insel im zu Neuseeland gehörenden Chatham Archipel. Die Insel ist ca. 65 km² gross und wird von 38 Menschen bewohnt.








Bildquellen der uneditierten Vorlagen:

(oben) Microsoft Encarta
(mitte) Microsoft Encarta
(unten) Nasa

Eine von Pitt Island zurück durch den Erdmittelpunkt projizierte Linie endet im südfranzösischen Nationalpark Cévennes (Departement de Lozère). Es ist also von Düsseldorf (und überall in Mitteleuropa) aus gesehen erforderlich, bis dort hin zu reisen, um die Bedeutung des Begriffs Antipode physisch zu realisieren: Wörtlich genommen bezeichnet Antipoden Menschen, die auf der Gegenseite (altgriechisch: anti) der Erde mit ihrem Füßen (altgriechisch: -poden) auf dem Boden stehen. [*] Genau das war der Plan: zwei Menschen sollten sich zeitgleich an globalen Antipoden gegenüberstehen und diesen Moment dokumentieren. Für die "Treffen" war folgendes geplant: Einen Winkel zu vereinbaren, in dem Fotokameras so angelegt werden, dass sie sich hypothetisch um die Erdkrümmung herum ansehen, um dann synchron ausgelöst zu werden. Bei exakten Antipoden kann jeder beliebige Winkel dafür vereinbart werden (Kugelform der Erde), solange die exakten Komplementäre eingehalten werden.



Beispiel für Komplementärwinkel



Bildquelle:
Nasa



Pitt Island
; Mount Hakepa
Bildquelle:
Coolcat.net



Gelände gegenüber von Mount Hakepa in Südfrankreich


[*] Ein kurzer und hervorragender Artikel über Wort und Ursprung des Begriffs Antipoden befindet sich auf der englischsprachigen Version von Wikipedia, der freien Enzyklopedie: Wikipedia, the free encyclopedia (öffnet in neuem Fenster)

Klick auf Bild für Vergrößerung (Pitt Islands Küstenlinie; Antipoden in Frankreich)

Das Projekt ist in drei Stufen angelegt worden:


1. Kartographische Vorbereitung
2. Aktion vor Ort
3. Ausstellung

Im Frühjahr 2003 fand ich einen Artikel des New Zealand Educational Institutes, in dem Rob Cameron, der einzigen Lehrer der Insel ein Interview über das Leben dort gab. Ich kontaktierte ihn und Rob wurde mit seinen sechs Schülern zum hilfreichen Partner für das Antipodes Projekt. Im September reisten zwei Freunde von mir - Ralf Kleimann und Roy Gollogly - nach Pitt Island, während ich selbst Pitt's Antipoden in den Cévennes bereiste.

Download Artikel
(212 KB, Format PDF)





Bevor wir letztendlich vor Ort per GPS metergenaue Treffpunkte bestimmen konnten, musste eine Vorauswahl an geeigneten Orten getroffen werden. Theoretisch stand ein Gelände von etwa 65 Quadratkilometern zur Verfügung. Die Antipoden des gesamten Gebiets von Pitt Island wurden zunächst kartographisch für Frankreich ermittelt.

Bildquelle (uneditiert): Nasa





Wald Klassifikation (F)

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Vorbereitungen
Der gesuchte Treffpunkt sollte möglichst hoch gelegenen und unbewaldet sein. Beide Gebiete wurden daraufhin kartiert: Auf einer Karte im Massstab 1 : 50.000 der französischen Cévennes musste zunächst das gesamte Antipodengebiet von Pitt Island eingetragen werden. Anschliessend konnten verschiedene Dichtegrade der Vegetation klassifiziert und die Berggipfel identifiziert werden. Hoch gelegene Standpunkte hatten für die aufzunehmenden Fotos den Vorteil grösserer Fernsicht. Nachdem das gleiche Verfahren auch für Pitt Island angewandt worden war, konnten beibe Karten übereinander projiziert werden. Es ergab sich, dass - insbesondere wegen der dichten Bewaldung der französischen Seite - weniger als 10% der Gesamtfläche für das Projekt in Frage kamen; 11 Punkte erschienen vielversprechend. Der nächste Schritt bestand darin, das beste der nun theoretisch festgelegten Antipodenpaare vor Ort zu festzulegen.



Wald Klassifikation (Pitt)
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Potentielle Treffpunkte (F)

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Rekonstruktion von zwei potentiellen Treffpunkten nach einem
Bild, das beim Anflug auf Pitt Island aufgenommen wurde.


Potentielle Treffpunkte (Pitt)

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Am 19. September 2003 erreichte ich den Nationalpark Cévennes in Frankreich, drei Tage später trafen Ralf Kleimann und Roy Gollogly auf Pitt Island ein. Pitt ist von der Hauptinsel der Chathams nur mit lokalen Fischerbooten oder durch eine viersitzige Propellermaschine zu erreichen, die für diesen Zweck gechartert werden muss. Da es wegen schlechten Wetters oft tage-, oder wochenlang gar nicht möglich ist, die 30 km breite Pitt Strait, welche die Inseln trennt, zu überqueren, blieb die Durchführbarkeit des Projekts bis zum Schluss ein Risiko.


Der Punkt mit der Nummer 3 auf unseren Karten erschien für ein Antipodentreffen der geeignetste zu sein. So vereinbarten wir eine Gegenüberstellung für den 27. September 2003 um 07:37:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, entsprechend 18:22:00 Chatham Islands Standard Time. Dies entspricht dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne in den Cévennes auf- und in Pitt Island untergeht; jede andere Tageszeit hätte bedeutet, dass einer der beiden Antipodenpunkte auf der Nachthälfte des Globus läge. In diesem Moment sollten die Kameras in Richtung 108° (Ostsüdost) in Frankreich und 288° (Westnordwest) auf Pitt Island ausgerichtet sein um (sich gegenseitig ansehend) gleichzeitig ausgelöst zu werden.

Die Koordinaten waren mit einer Genauigkeit von unter acht Metern per GPS ermittelt und abgestimmt worden.



Szene 1: Ralf und Levi aus Pitt Island bestimmen die Koordinaten eines möglichen Treffpunkts per GPS

Die Suche nach den geeigneten Koordinaten.

Das Video zeigt im Wechsel Vorbereitungsarbeiten
auf Pitt Island und in den Cévennes.

Dieses Video erfordert ein QuickTime Plug-In. Sollte dieses nicht auf Ihrem Computer installiert sein, erhalten sie es hier.



Szene 2: Auf dem Mont Mars in Frankreich, Notieren von Messdaten

Szene 3: Transport auf Pitt Island Szene 4: Roy und Levi an der Westküste von Pitt Island Szene 5: Ein Punkt in Frankreich wird mit Steinen markiert, um ihn im Falle eines Treffens schnell aufzufinden Szene 6: Telefonischer Austausch der Ergebnisse eines Tages
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